Was ist überhaupt das Problem? 

Die Produktion, der Transport und der Konsum von Lebensmitteln gehören zu den größten Treibern des globalen Umweltwandels. Während die Diskussion oft auf den CO₂-Ausstoß reduziert wird, geht die Belastung durch unsere Lebensmittel weit darüber hinaus. 

Um das Thema zu verstehen, muss man den ganzen Lebenszyklus der Nahrung nachgehen. Das wird wissenschaftlich in 5 Kernbereiche eingeteilt: 


Treibhausgasemissionen & Energiebedarf

Das globale Ernährungssystem ist für rund ein Drittel  aller menschengemachten Treibhausgase verantwortlich.

  • Woher kommen die Gase? Der reine Transportweg macht oft nur einen kleinen Teil aus. Die größten Treiber sind Methan aus der Nutztierhaltung (vor allem bei Rindern) und Lachgas, das durch den  Einsatz von stickstoffhaltigen Düngemitteln in den Boden und die Atmosphäre gelangt. Lachgas ist rund 300-mal klimaschädlicher als CO₂.

  • Energiebedarf: Die Synthese von Kunstdünger, das Beheizen von Gewächshäusern sowie die industrielle Verarbeitung und Kühlketten verschlingen gigantische Mengen fossiler Energie.

Wasserverbrauch & Wasserknappheit

Landwirtschaft ist der weltweit größte Verbraucher von Süßwasser. Rund 70% der globalen Wasserentnahmen fließen in die Bewässerung von Feldern.

  • Das Problem: Viele exportorientierte Lebensmittel (wie Mandeln, Avocados oder Erdbeeren) werden in Regionen angebaut, die ohnehin unter akutem Wassermangel leiden (z. B. Kalifornien, Teile Spaniens oder Chile). Dies führt zum Absinken des Grundwasserspiegels und zur Austrocknung ganzer Ökosysteme.

Flächennutzung & Entwaldung

Für den Anbau von Nahrungsmitteln und die Viehhaltung wird viel Platz benötigt. Fast die Hälfte der bewohnbaren Oberfläche der Erde wird landwirtschaftlich genutzt.

  • Die Folge: Um neue Weideflächen oder Äcker für Futtermittel (wie Soja) zu schaffen, werden wertvolle CO₂-Speicher wie der Amazonas-Regenwald  abgeholzt. Dies führt zu einem massiven Verlust der Biodiversität (Artensterben).

Transport & Logistik 

Obwohl der Transportweg im Schnitt weniger zum CO₂-Fußabdruck beiträgt als die eigentliche Produktion, spielt er trotzdem eine wichtige Rolle. 

  • Flugware: Per Flugzeug importierte Lebensmittel (z. B. frische Beeren im Winter) haben durch den Kerosinverbrauch( Kerosin ist der Standardtreibstoff für Flugzeuge mit Turbinen) einen bis zu 50-mal höheren CO₂-Ausstoß als per Schiff transportierte Ware.

Überdüngung & Pestizideinsatz

Um Ernten zu sichern, werden Pestizide und Düngemittel oft eingesetzt: 

  • Die Folge: Überschüssiger Dünger wird in Flüsse und Meere geschwemmt. Diese Nährstoffanreicherung (Eutrophierung) führt zu massivem Algenwachstum, Sauerstoffmangel im Wasser und sogenannten "Todeszonen" in den Meeren, in denen kein Fisch mehr überleben kann.

Quellenverzeichnis:

  • Poore, J., & Nemecek, T. (2018). Reducing food's environmental impacts through producers and consumers. Science, 360(6392), 987-992.

  • Crippa, M., et al. (2021). Food systems are responsible for a third of global anthropogenic GHG emissions. Nature Food, 2(3), 198-209.

  • FAO (Food and Agriculture Organization). (2023). The State of Food and Agriculture: Revealing the true cost of food to transform agro-food systems. Roma.

  • IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. Chapter 12: Coastal and other terrestrial ecosystems.

  • Ritchie, H., Rosado, P., & Roser, M. (2024). Environmental Impacts of Food Production. Published online at OurWorldInData.org

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